Berufsbild des Versicherungsmaklers

Eine erlaubnispflichtige Tätigkeit !

Schon das Sachwalterurteil des BGH aus dem Jahre 1985 (BGH IVa ZR 190/83 vom 22.5.1985) hat definitivklargestellt, daß der Makler der Interessenverteter seines Mandanten ist, also im Interessenlager des Kunden steht.

Versicherungsmakler sind also im Auftrag und im Interesse ihrer Mandanten tätig. Dadurch unterscheiden sie sich  
w e s e n t l i c h von den Versicherungs- und Finanzagenten, die für Versicherer, Banken und Finanzdienstleistungsinstitute PRODUKTE VERTREIBEN.
Ihre besondere Mandantenorientierung bedeutet für Versicherungsmakler zahlreiche Pflichten und hohe Verantwortung.

Schall und Rauch

Versicherungsmakler sind Versicherungsmakler und führen
k e i n e irreführenden Titel wie "Wirtschaftsberater", "Vermögensberater", "Finanzdienstleister " o.ä. Von Beginn an wird der Umfang der Tätigkeit beprochen. Mehrjährige Vertragsbindungen an
Versicherer sind unstatthaft!!! (mit Ausnahme von Kranken-
und Personenversicherungen)

Glasnost ? Perestroika ?

Der Versicherungsmakler gehört wie Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftprüfer zu den sogenannten Expertenberufen. Früher (bis 1994) hatten wir noch einen "Kaiser", seitdem gibt es den freien EU-Markt für Versicherungen - deshalb ist alles noch undurch-
schaubarer geworden und das hat auch immer  S y s t e m  - die Anbieter sind an Glasnost (Transparenz) nicht interessiert. Agressive Werbung der Anbieter, verklausulierte Vertragsbedingungen, widersprüchliche Testberichte - Sie benötigen einen unabhängigen Experten mit viel Erfahrung zur Beurteilung und Bewertung von von Lösungswegen und Produkten.


Zahnschmerzen

spüren Sie auf Versicherungen übertragen nicht! Da müssten Ihnen schon jemand die Zähne ausschlagen. Die Zahnfäule zeigt sich erst im Schadenfall (schlechte Versicherungskonzeption).


Anamnese


Die Aufgabe des Maklers ist es zunächst, die "Krankheitsvorgeschichte" zu beleuchten und einen "Zahnstatus" vorzunehmen.

Karies

Objektive Falsch- oder Fehlversicherungen werden nach Möglichkeit beseitigt oder zumindest in ihrem Schaden begrenzt, zu teure Anbieter gewechselt, sofern dies vertretbar ist. Ausdrücklich darf der (echte) Versicherungsmakler auch als Versicherungsmakler ohne weiteres Versicherungsberatung machen.
(OLG Stuttgart AZ 2 U 121/90 vom 28.12.1990)

Bohren

kann weh tun - objektiv sind sie wahrscheinlich
f a l s c h versichert. Das wird Sie wohl ärgern und beliebte Gewohnheiten hinterfragen lassen.

Füllung

Adäquater Versicherungsschutz bei soliden Anbietern   u n d   mit einem Qualitätsanspruch hinsichtlich der Vertragsbedingungen wird vom Versicherungsmakler mit Freude für seinen Auftraggeber eingeholt. Achtung: Der Teufel steckt im Detail und die Kosten des Versicherungsbeitrages sind juristisch  
k e i n  Preis und deshalb definiert sich Versicherung u.a. auch über Inhalte und Kalkulation,
also:
Analyse von Risiken und Deckungskonzepten, Verhandlung mit den Versicherern, Prüfung der Prämienrechnungen und Versicherungsdokumentation, Entscheidungsbegründung, Beratungsprotokoll...

Krone/Brücke

sind möglicherweise umgehbar bzw. in der Ausführung finanziell innerhalb eines Rahmens lenkbar zu halten - so sieht auch die Fachberatung zu Versicherungen jenseits der existenzbedrohenden Risiken aus - auch hier kann "teuer ohne Ende" oder variabel in der Ausführung und in den Fixkosten gestaltet werden.  

Dicke Backe

Natürlich stehe ich Ihnen gern bei akuten "Schmerzen" zur Verfügung, im Schadenfall und auch bei neuen Aufträgen von Ihnen.

Routineuntersuchung

In Ihrem Interesse: Sie sollten sich bitte  e i n m a l  im Jahr anmelden, Ihre "Zähne" werden es Ihnen danken!



Auszug Finanztest 10/2009
Einfach so Versicherungen vermitteln, das geht in Deutschland heute nicht mehr. Seit dem 22. Mai 2007 braucht man dazu eine offizielle Erlaubnis. Die Genehmigung für gewerbsmäßige Versicherungsvermittlung muss bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer beantragt werden.

Antragsteller müssen nachweisen:
+ mit polizeilichem Führungszeugnis, dass sie in den letzten fünf Jahren nicht wegen eines Verbrechens rechtskräftig verurteilt wurden,
+ dass sie nicht verschuldet sind - ein laufendes Insolvenzverfahren oder eine Eintragung im Schulderverzeichnis wäre beispielsweise ein Indiz für schlechte finanzielle Verhältnisse,
+ dass sie eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen haben,
+ dass sie eine Sachkundeprüfung bei der Industrie- und Handelskammer bestanden haben oder eine anerkannte Berufsqualifikation besitzen

So weit die  T h e o r i e , denn in der Praxis betrifft dieses strikte Verfahren gerade die allergrößte Gruppe der Vermittler  n i c h t . "Einfirmenvertreter" benötigen nämlich keine persönliche Erlaubnis für ihren Beruf und die meisten Vermittler sind solche "Ausschließlichkeitsvertreter" genannten Vermittler. Ausschließlichkeitsvertreter sind nur für ein Unternehmen oder mehrere Versicherer eines Konzerns tätig.

Ausschließlichkeitsvertreter unterliegen nur indirekt einer Kontrolle. Das Unternehmen, für das sie vermitteln, ist verpflichtet, die Voraussetzungen für eine persönliche und ordentliche Vermögensverhältnisse seiner Vertreter sicherzustellen. Und es haftet uneingeschränkt für ihre Vermittlertätigkeit.

Vom Verkauf lebt auch der Versicherungsmakler, der im Vermittlerregister als solcher bezeichnet wird. Seine Provision nennt sich Courtage. Er ist jedoch verpflichet, als "Sachwalter" seines Kunden Produkte aller wichtigen Anbieter zu vermitteln.


Impressum: Jürgen Rathje - Versicherungsmakler nach § 34 d Abs. 1 GewO -Schweffelstr. 3 - 24118 Kiel